Marquard von Lindau im Kontext seiner Überlieferung und der Frömmigkeit seiner Zeit
Workshop
13.02.2026 – 14.02.2026
Workshop mit Prof. Dr. Stephen Mossman (Manchester), Prof. Dr. Almut Suerbaum (Oxford), Prof. Dr. Marc-Aeilko Aris (München), Dr. des. Jonas Hermann (Freiburg i.Br.) und Leonid Malec (Hamburg)
In diesem Workshop wollen wir uns das literarische Werk des „sympathischen Franziskaners“ (Zitat Kurt Ruh) Marquard von Lindau (gest. 1392) durch neue Texte und Forschungsansätze erschließen. Gemeinsam mit dem renommierten Marquard-Forscher Stephen Mossman (Manchester) diskutieren wir am Freitag, den 13. Februar 2026 erstmals den unedierten, mystischen Traktat ‚Auszug der Kinder Israel‘, der die Flucht der Israeliten durch Ägypten als Aufstieg der einzelnen Seele zu Gott allegorisiert. Dass dieser mystische Traktat ausgerechnet inseriert in Historienbibeln – volkssprachliche, historisierende Bibelnachdichtungen – überliefert ist, wird uns Matthias Knallinger (München) näherbringen.
Ausgehend von diesem Text widmen wir uns der für Marquards Werk zentralen ‚Dekalogerklärung‘, einem aus Sicht der Mariologie, Praxeologie und Mystikforschung einflussreichen Text – für den der ‚Auszug‘ als Rahmen konzipiert wurde. Jonas Hermann (Freiburg) wird uns darstellen, wie die C-Fassung der ‚Dekalogerklärung‘ die Überlieferung des ‚Buches von geistlicher Armut‘ multipliziert, und in welchem Forschungsprojekt Marquards Werk zukünftig erforscht wird. Einen praxeologischen Zugang präsentiert Pia Fuschlberger (München), der auf das 7. Gebot und die darin entfalteten Zeitstrukturen der Andacht fokussiert. Bereichert wird diese Perspektive durch Leonid Malecs (Hamburg) kunstgeschichtlichen Beitrag zu Uhren in der spätmittelalterlichen Frömmigkeit.
Damit weitet sich der Fokus auf die am Samstag, den 14. Februar 2026, fortgesetzte Diskussion religiöser Projekte, die das literarische Werk Marquards im Kontext zeitgenössischer Frömmigkeit verorten. Angeleitet von Sibel Singer (München) wenden wir uns so einer Nonnenvita zu, in der mit familialer Semantik Heiligkeit konstruiert wird. Mit Max Kinder (München) diskutieren wir im Anschluss an das 8. Gebot der ‚Dekalogerklärung‘ – Du sollst nicht lügen! – den Lügenbegriff Martin Luthers vor dem Horizont der frühen Druckgeschichte.
Wir laden alle Kolleg*innen herzlich ein, am 13. und 14. Februar 2026 von 10 Uhr c.t. an im Veranstaltungsraum des Philologicums mit uns zu lesen und zu diskutieren.
Um den Reader zu erhalten, ist eine Anmeldung erforderlich!
Anmeldung bei Pia Fuschlberger, E-Mail: P.Fuschlberger@lmu.de
Date
February 13, 10 a.m. – February 14, 2 p.m.
Location
Veranstaltungsraum, Philologicum
Ludwigstr. 25
80539 München
Downloads
- Programm_Marquard (165 KByte)